Glückliche Menschen werden seltener krank

Eine alte Binsenweisheit besagt „Wer schon des Morgens dreimal schmunzelt, des Mittags nicht die Stirne runzelt und abends singt, dass laut es schallt, wird hundertzwanzig Jahre alt.“. Daran scheint wirklich etwas Wahres dran zu sein, denn wie Forscher an der Universität von Wisconsin herausgefunden haben, besteht zwischen unseren Gefühlen und unserem Immunsystem ein direkter Zusammenhang. Bei positiven Emotionen wie Glück, Lachen oder Begeisterung ist die Großhirnrinde (präfrontaler Kortex) stark daran beteiligt. Vereinfacht gesagt stärkt positives Denken die Immunabwehr und wer viel lacht, regt zudem die körpereigene Hormonproduktion an. Diese Hormone bauen den Stress ab und lindern Schmerzen.

Die körpereigenen Drogen für Glück und gegen Schmerzen: Endorphine

Unser Körper ist in der Lage, Hormone zu produzieren, zum Beispiel um bestimmte Nervenimpulse, etwa Schmerzen, abschwächen oder komplett zu unterdrücken. Dies ist eine Funktion, die uns Menschen schon seit der Steinzeit gute Dienste erwiesen und oftmals das Überleben gesichert hat. In anstrengenden Situationen (Dinosaurier von links, Säbelzahntiger von rechts) schütten wir Endorphine aus und diese wirken wie Morphium. Sportler kennen das: Nach einem längerem, ausdauernden Training stellt sich ein Glücksgefühl ein – Schmerzen, die man vorher hatte und die Anstrengung des Sports sind auf einmal vergessen. Wenn wir tanzen, meditieren oder uns eine fröhliche Situation vorstellen, klappt dies ebenfalls und der Körper setzt die Glückshormone frei.

Lachen ist die beste Medizin

In einigen Kliniken setzen Ärzte daher ganz gezielt auf die „Lachtherapie“. Vor allem in der Kinderheilkunde soll damit den kleinen Patienten die Angst vor Eingriffen genommen werden. Beeindruckend und wissenschaftlich nachgewiesen ist zudem, dass lachende Patienten weniger Schmerzmittel benötigen.

Fazit: Durch viel Bewegung an der frischen Luft und natürlich Sport, Lachen, Singen und positives Denken kann jeder ganz einfach selbst etwas für seine Gesundheit tun – dies zudem komplett kostenlos und ohne Rezept vom Doktor!

7 Fragen und Antworten zum Thema Glück

1. Was genau ist Glück und lässt sich Glück sogar messen?

In der Glücksforschung geht es primär um das subjektive Wohlbefinden, also das, was wir als Glücklich­sein bezeichnen. Dabei gibt zwei Arten des subjektiven Wohlbefindens:

Das „Kognitive Wohlbefinden“ bezeichnet das dauerhafte Gefühl, also die generelle „Zufriedenheit“ mit dem Leben also dem „Glücklichsein“ („Zufriedenheit“ im Englischen: z.B. „Satisfaction“ oder „Contentment“).
Dabei findet ganz bewusst eine Abwägung zwischen dem was man will (den Zielen, Erwartungen und Wünschen) und dem was man hat statt. Es geht also um die Bewertung der Menschen wenn sie ihr Leben beurteilen sollen, wobei es in diesem Fall ganz entscheidend auf die Ziele ankommt, die man für sich selbst setzt. Um den Stand des Glücksgefühls in den verschiedenen Ländern zu messen, werden weltweit Menschen nach ihrer Zufriedenheit befragt. In diesem Umfragen kann das aktuelle Glücksempfinden auf einer Skala von null (ganz und gar unzufrieden) bis zehn (ganz und gar zufrieden) angegeben werden.

Das „Emotionale Wohlbefinden“ meint das „Glücklichsein“ im Moment und wird dabei am Verhältnis zwischen den positiven und den negativen Gefühlen im Durchschnitt des Tages gemessen („Glück“ im Englischen: Im engeren Sinne „Happiness“). Dabei geht es um das gefühlte Wohlbefinden während man sein Leben erlebt.

2. Wann sind Menschen glücklich?

Der Trick glücklicher Menschen, auch wenn sie dies oft gar nicht bewusst tun, ist im Tagesdurchschnitt deutlich mehr positive als negative Gefühle zu haben. Dies unterscheidet sie von unglücklichen Menschen und lässt sie ihr Leben im hohen Maße als zufrieden erleben.

3. Was kann man tun, um glücklicher zu werden?

Es gibt eine Reihe von Ansätzen um das Gefühl des Glücks aufzubauen oder zu verstärken. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des Kurses vom Lukyly zum Glücklichsein. Wichtig dabei ist, sich realistische Ziele zu setzen und soziale Kontakte zu intensivieren.

4. Wie sieht es mit materiellem Wohlstand aus? Spielt dieser eine wichtige Rolle beim Glück?

Jeder braucht natürlich Geld zum Leben um die Miete zu bezahlen, den Kühlschrank zu füllen und die materiellen Grundbedürfnisse zu decken. Auch eine finanzielle Sicherheit ist wichtig. Dennoch sollte man die Bedeutung des Geldes zum Glücklichsein nicht überschätzen. An mehr Einkommen gewöhnt man sich schnell, wenn die materiellen Grundbedürfnisse gedeckt sind. Das mehr Einkommen auch automatisch mehr Glück bedeutet ist ein Trugschluss. Dabei geben uns weltweite Befragungen zur Lebenszufriedenheit eine ganz klare Auskunft: Trotz des massiven Anstiegs der Einkommen in den westlichen Industrieländern seit den 1960er-Jahren nahm die durchschnittliche Zufriedenheit in diesen Ländern seit dieser Zeit kaum zu.

5. Eine steigende Lebenserwartung ist nicht gleichbedeutend mit Lebenszufriedenheit und Glücksempfinden. Was kann man im Alter für sein Glück tun?

Die Umfragen unter älteren Menschen zeigen, dass diese eigentlich ganz zufrieden mit
ihrem Leben sind. Wichtig im Rentenalter ist, dass man sich eine Aufgabe sucht, die einen erfüllt und dass der Vereinsamung vorgebeugt wird. Daher sind auch gute soziale Kontakte im Alter entscheidend.

6. Welche Hinweise kann die Glücksforschung Unternehmen geben, um deren Erfolg zu unterstützen?

Im Zuge des demographischen Wandels und angesichts der Arbeitskräfteknappheit kommen Unternehmen gar nicht mehr drum herum, sich um das Glück ihrer Mitarbeiter zu kümmern. Erfolgreiche Unternehmen wissen, dass zufriedene und glückliche Mitarbeiter auch engagierter, loyaler, kreativer und produktiver sind. Dabei ist eine Personalführung wichtig, bei der die Menschen des Unternehmens im Mittelpunkt stehen, eine gelebte Work-Life-Balance und eine interessante Arbeitsplatzgestaltung möglich sind.

7. Kann auch die Politik für das Glücksgefühl der Bürger sorgen?

Die OECD hat in ihrem „Better Life Index“ gute Vorarbeit geleistet und auch der Himalaya-Staat Bhutan ist mit gutem Beispiel voran gegangen und hat das Glück seiner Einwohner zum offiziellen Ziel des Handelns der Regierung erklärt.
Über die Zusammenhänge zwischen dem subjektiven Wohlbefinden der Bürger und den Faktoren der Lebensqualität (Gesundheit, Bildung, Einkommen, Umwelt und der Verteilung des Einkommens, Soziale Kontaktmöglichkeiten, etc.) ist mittlerweile einiges bekannt. Daher wäre es durchaus ein guter Ansatz und möglich die Lebensqualität und die Lebenszufriedenheit der Bürger als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern und die Politik stärker hierauf auszurichten.